Zeitreise im ewigen Eis

aktuell, 21.04.2026

Die Zugspitze zwischen Schneerekorden und Klimawandel

Früher türmten sich auf der Zugspitze Ende April die weißen Massen meterhoch in den Himmel, heute blicken wir auf eine deutlich ausgedünnte Schneedecke.

Ein Vergleich zwischen dem Ausnahmejahr 1981 und der aktuellen Situation im Jahr 2026 verdeutlicht den rasanten Wandel auf Deutschlands höchstem Gipfel.

Die Zugspitze gilt seit jeher als das „Dach Deutschlands“ und als wichtigster Gradmesser für alpine Schneesicherheit. Doch ein Blick in das Archiv der Wetterwarte zeigt, wie sehr sich das Gesicht des Berges über die Jahrzehnte verändert hat.

Winterimpressionen von der Zugspitze 

 

Der Gigantische Winter 1981: Ein Berg aus Schnee

Im April 1981 präsentierte sich die Zugspitze mit einer heute kaum noch vorstellbaren Schneepracht. Nach einem extrem niederschlagsreichen Winter wurden Ende des Monats Schneehöhen von rund 8 Metern gemessen.

Diese gewaltigen Massen waren das Ergebnis einer perfekten meteorologischen Konstellation: langanhaltende Staulagen, die immer wieder Neuschnee auf das Plateau schaufelten, gepaart mit Temperaturen, die den Schnee konservierten. In der Infografik (siehe unten) lässt sich die damalige Schichtung erahnen – eine massive, kompakte Decke, die den Gletscher tief unter sich begrub und bis weit in den Hochsommer hinein Bestand hatte.

 

Zum Vergleich: Der absolute Allzeit-Rekord wurde nur ein Jahr zuvor, im April 1980, mit 7,80 m offiziell registriert – 1981 bewegte sich auf einem ähnlich geschichtsträchtigen Niveau.

Die Realität 2026: Ein schwindendes Erbe

Blicken wir auf das aktuelle Jahr 2026, zeigt sich ein völlig anderes Bild. Zwar hat der diesjährige April einige winterliche Phasen erlebt, doch die Basis ist eine gänzlich andere. Mit aktuellen Messwerten von etwa 2,15 bis 2,30 Metern liegt die Schneehöhe nur noch bei einem Bruchteil dessen, was vor 45 Jahren gemessen wurde.

Warum ist das so?

Kürzere Winter: Die Schneesaison beginnt später und endet früher.

Mildere Temperaturen: Regen in Höhenlagen, in denen früher Schnee fiel, zehrt die Decke zusätzlich auf.

Gletscherschwund: Da die Altschneereserven aus den Vorjahren fehlen, schmilzt die aktuelle Decke im Frühjahr deutlich schneller bis auf den nackten Fels oder das schwindende Gletschereis ab.

Der Vergleich zwischen 1981 und 2026 ist mehr als nur eine statistische Spielerei. Er ist ein visuelles Zeugnis der klimatischen Veränderungen in den Alpen.

Während 8 Meter Schnee früher für logistische Herausforderungen bei den Bergbahnen sorgten, kämpfen wir heute darum, die verbliebene weiße Pracht für den Naturschutz und den Tourismus zu bewahren.

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